Sparen durch Recycling und Wiederverwertung

Recycling und Wiederverwertung schonen nicht nur die Umwelt, sondern tragen auch effektiv zum Sparten beiDurch das Recycling von Rohstoffen eröffnen sich im Alltag viele Sparmöglichkeiten. Aus Altem kann Neues entstehen, meist ohne viel Aufwand ergeben sich praktische Spartipps durch Recycling in Privathaushalten. Einige dieser Sparmöglichkeiten haben wir – kategorisiert nach Art der Rohstoffe – in diesem Beitrag zusammengestellt.

Die Deutschen sind Vize-Europameister – im Müll produzieren! Nur „Spitzenreiter“ Dänemark entsorgt innerhalb der Europäischen Union noch mehr Müll. Die Kehrseite unserer modernen Konsumgesellschaft ist, dass wir immer mehr Abfall anhäufen. In der Bundesrepublik verursacht jeder Bürger im Durchschnitt fast 600 kg Hausmüll pro Jahr. Das bedeutet, eine 4-köpfige Familie hinterlässt Jahr für Jahr über zwei Tonnen Müll.

Das gesamte Abfallaufkommen der BRD lag laut Statistischem Bundesamt im Jahre 2016 bei über 402 Millionen Tonnen. Andererseits ist die Bundesrepublik auch Recycling-Europameister, kein anderer EU-Staat hat eine höhere Recycling-Quote. Der Verwertungsanteil von Hausmüll ist im Vergleich zu anderen Ländern recht hoch, er lag 2016 bei über 70 Prozent. Das bedeutet, ein Großteil der Abfälle wird stofflich recycelt, also der Wiederverwertung zugeführt, der Rest wird in Deponien gelagert oder verbrannt.

Abgesehen von den staatlich organisierten Recycling-Maßnahmen wie die Mülltrennung und anschließendem Wiederverwerten von Altglas, Papier und Kunststoff gibt es zusätzlich unzählige Sparmöglichkeiten durch privates Recycling oder Wiederverwendung im Alltag. Eine Vielzahl von Dingen, die gedankenlos in den Abfall wandern, sind eigentlich viel zu schade für den Müll. Große Mengen vermeintlicher Abfälle können entweder wiederverwendet oder zweckentfremdet wiederverwertet werden.

Aus vielen Sachen lassen sich mit etwas Fantasie nützliche Gegenstände zaubern. Auf diese Weise kann jeder mit etwas Nachdenken einen kleinen Beitrag zur Veränderung des globalen Verbraucherverhaltens leisten. Von praktischen Alltagshelfern wie Duftkiller aus Orangenschalen bis zur Wohnungsdekoration aus alten Joghurtbechern – mit etwas Umweltbewusstsein, gepaart mit einer Portion Fantasie und Kreativität ist es möglich, den eigenen Müllberg zu reduzieren.

Gleichzeitig wird die Umwelt geschont und auch bares Geld gespart, da viele Dinge dadurch nicht neu gekauft werden müssen. Mit unseren Spartipps fürs private Recycling möchten wir einige Gedankenanregungen und Sparmöglichkeiten aufzeigen, wie man im Alltag vermeintlichen Müll durch Wiederverwertung vermeiden und dadurch nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, sondern auch bares Geld sparen kann.

 

Präzise Mülltrennung

Voraussetzung für ein organisiertes Recycling

  • Eine konsequente Mülltrennung ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Umwelt. Wer z.B. Plastikverpackungen in den Restmüll anstatt in die Gelbe Tonne entsorgt, zahlt doppelt! Denn die Müllgebühren für die Leerung der Gelben Tonne sowie für die Entsorgung von Glas- und Papierverpackungen sind bereits im Einkaufspreis der Ware impliziert.
  • Biomülltonnen werden in vielen Gemeinden nur zwei-bzw. vierwöchig geleert. Das führt nicht selten – besonders in den warmen Sommermonaten – zu Geruchsbelästigung und Madenbefall. Ein großer Teil der im Haushalt anfallenden biologisch abbaubaren Abfälle können als Kompost wiederverwertet werden. Mehr dazu in unserem Abschnitt: „Kompostieren“.
  • Mülltrennung kostet Zeit und Mühe. In der Fülle an Wertstoffen, die wir täglich entsorgen, ist die Zuordnung oft schwierig. Eine Vielzahl von Verbundwerkstoffen hat in unserem Alltag Einzug gehalten. Nicht immer ist es einfach, Plastik, Metall und Papier getrennt zu entsorgen, wenn sich mehrere Materialien in einer Verpackung befinden. Als negatives Paradebeispiel sind Tetrapacks oder Tierfutterschälchen zu nennen, in diesen Verpackungen sind mehrere Materialien nicht einzeln, sondern untrennbar als Verbundwerkstoff enthalten. Abhilfe schaffen Recycling-Listen des zuständigen Amts für Abfallwirtschaft der Gemeinden oder der Landratsämter. In diesen Listen ist übersichtlich und detailliert aufgelistet, welche Haushaltsabfälle wo und wie fachgerecht entsorgt werden können.
  • Speziell beim Verpackungsmüll sollte man vor dem Entsorgen besonders überlegen, ob es nicht eine Alternative zum Wegwerfen gibt. Plastikmüll verbraucht bei der Aufbereitung fürs Recycling viel Energie. Für viele Umverpackungen lassen sich im Alltag noch andere Verwendungen – entweder durch Wiederverwendung oder sogenanntes „Upcycling“finden.
  • Sogenannter „Problemmüll“ muss speziell entsorgt werden. Ob Medikamente, Glühbirnen, Elektrogeräte oder Batterien – diese Abfälle können nicht im Hausmüll oder in der Gelben Tonne entsorgt werden. Spezielle Sammelstellen oder Abholungen für Problemmüll werden von den Gemeinden oder den Landratsämtern organisiert und können dort erfragt werden.

 

Sparmöglichkeiten durch Zweitverwertung von Lebensmitteln

Intelligente Resteverwertung

  • Trockenes Brot muss nicht weggeschmissen werden. Aus alten Brotresten kann man einen Vorrat an Semmelbrösel Als Alternative zum Paniermehl aus dem Supermarkt eignen sich die Brösel nicht nur zum Panieren, sondern auch für Hackfleischbällchen, für Semmelknödel oder in Butter angeschwitzt zum Überbacken vieler Gerichte.
  • Zitronenschalen oder zu trockene Zitronen finden im Haushalt vielerlei Verwendung. So sind z.B. die Schalen von Biozitronen als Geschmacksträger in Eiswürfeln oder als Abrieb in selbst hergestellten Backwaren verwendbar. Außerdem sind Zitronen ein hervorragendes biologisches Reinigungsmittel. Aufgrund der Säure haben Zitronen eine kalklösende und desinfizierende Wirkung. Auch verschrumpelte oder leicht angetrocknete Zitronen, die fürs Kochen nicht mehr geeignet sind, können so vielseitig im Haushalt eingesetzt werden.
  • Kaffeesatz ist ein wahrer Allrounder. Als biologischer Dünger kann die „Entsorgung“ von Kaffeesatz als Gartendünger locker mit teuren Produkten aus dem Gartencenter mithalten. Aber auch in der Kosmetik findet Kaffeesatz Anwendung, in Form von biologischem Hautpeeling ist er besonders für Allergiker gut geeignet. Denn Kaffeesatz beinhaltet neben Koffein eine Vielzahl wertvoller Öle, welche die Haut weich machen.
  • Kartoffelschalen haben ein breitbandiges Potenzial zur Wiederverwertung: So kann man z.B. aus den Schalen von Bio-Kartoffeln im Backofen ganz einfach Chips herstellen. Aber auch im alternativmedizinischen Bereich finden Kartoffelschalen Verwendung, um bei frischen Insektenstichen Schwellungen vorzubeugen und Juckreiz zu lindern. Als Pflegemittel für Edelstahl oder auch für Lederbezüge eignet sich die Innenseite von Kartoffelschalen durch die enthaltene Stärke hervorragend. Nicht zuletzt kann man durch die Zugabe von Kartoffelschalen ins Frittierfett dessen Einsatzdauer verlängern. Einige saubere Kartoffelschalen ins Fett geben, danach absieben, und das Fett ist deutlich sauberer und riecht weniger streng. Übrigens: Heißes Kartoffelwasser in den verstopften Abfluss geschüttet ist ein wirkungsvoller biologischer Reiniger.
  • Öl aus Gemüsegläsern wie z.B. Peperoni, Oliven etc. kann vielseitig wiederverwendet werden. Als Marinade oder als Zusatz für eine leckere Salatsoße entfaltet sich das Aroma ohne Verlust auch im Sekundäreinsatz. Eine von Natur aus relativ geschmacklose Salatgurke wird in Würfel geschnitten und drei Tage ins Öl eines Antipasti-Glases eingelegt zur Delikatesse.
  • Kirschkerne müssen nicht zwingend im Kompost oder auf dem Biomüll landen. Man kann daraus mit wenig Aufwand Kirschkernkissen Sowohl als Wärmekissen als auch als biologischer Kälte-Akku angewandt gelten Kirschkernkissen als effektives alternatives Heilmittel, auch in der Geburtshilfe werden Kirschkernkissen traditionell verwendet. Als Alternative zur Wärmflasche, gegen Prellungen oder Entzündungen oder für die Massage verspannter Muskeln – das Anwendungsspektrum ist sehr breit. Zusammen mit einer einzelnen Socke oder einem abgeschnittenen Hosenbein kann man aus Kirschkernen ein wohltuendes Kissen basteln. Anleitungen dafür sind zahlreich im Internet zu finden. Alternativ können auch Traubenkerne verwendet werden.

 

Spartipps für das Recycling von Kunststoffen

Bitte nicht wegwerfen!

  • Joghurtbecher landen normalerweise in der Gelben Tonne. Und das massenweise. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, die Kunststoffbecher zweckentfremdet wiederzuverwerten. Für Grillpartys oder Schulausflüge können anstelle teurer Plastikbecher gebrauchte Joghurtbecher als Einweg-Trinkbecher verwendet werden. Joghurteimer mit Deckel ersetzten teure Tupperware für die Aufbewahrung von Essensresten. Dekorativ beklebt oder umhäkelt werden aus einfachen Plastikbechern Aufbewahrungssysteme für Stifte oder Kleinkram im Haushalt. Für kreative Menschen sind die Becher als Bastelmaterial oder als Behälter zum Pinsel auswaschen oder Farben mischen bestens geeignet. Weitere Verwendungsmöglichkeiten gibt es im Als Vogeltränke oder als Behältnis zur Herstellung von Pflanzenablegern sind Plastikbecher einsetzbar.
  • Plastiktüten sollte man auf keinen Fall wegwerfen. Auch wenn die meisten Supermärkte die Umweltkiller aus dem Programm genommen haben, sammeln sich trotzdem in jedem Haushalt eine große Anzahl von Plastiktüten an. Kosten- und umweltschonender ist es, mit Baumwolltaschen einkaufen zu gehen, denn Plastiktüten schaden nicht nur dem Ökosystem, sondern kosten unnötig Geld. Die einfachste Möglichkeit, die Tüten wiederzuverwerten, ist der Einsatz als Mülltüte. Mülltüten im Supermarkt gekauft kosten Geld, auch wenn hier nur im Cent Bereich gespart wird, ist dieses einfache Recycling langfristig eine Sparmöglichkeit für den Alltag. Dekorative Plastiktüten, z.B. aus Modegeschäften können als Geschenktüten wiederverwertet werden. Im Urlaub dienen Plastiktüten zum Transport alter Wäsche, man kann sie aber auch als Duschhaube oder Schuhüberzieher Gebrauchte Windeln oder auch Katzenstreu können in Plastiktüten zwischengelagert werden.
  • Plastikbesteck kann gespült in seiner ursprünglichen Bestimmung wiederverwertet werden. Für Kindergeburtstage, auf Grillfesten oder für Schulausflüge kann man vorhandenes Plastikbesteck verwenden. Kreativeres Recycling ist das Basteln von Tischkartenhaltern oder als Deko-Element für Einladungskarten zum Essen. Für Tierhalter bietet sich ausrangiertes Plastikbesteck für das hygienische Servieren des Tierfutters an, für Hobbymaler sind Kunststofflöffel ideal für das Anmischen von Farben.
  • Umverpackungen aus Kunststoff in vielfältigster Form füllen unsere Gelben Tonnen. Im Supermarkt oder beim Discounter ist kaum ein Lebensmittel erhältlich, welches nicht in Plastik eingeschweißt oder in einem Plastikgefäß abgepackt ist. Einige der Umverpackungen können im Alltag wieder Verwendung finden. Als Tischmülleimer für Knochenabfälle oder Fischgräten oder als „Zwischenlager“ für Kaffeepads oder Kartoffelschalen finden gebrauchte Plastikschalen Verwendung. Für Tierfutter oder als Vogeltränke sind die Einwegbehälter ebenfalls verwendbar. Stabilere Behälter können schön beklebt als dekoratives Aufbewahrungssystem wiederverwertet werden.
  • Styropor ist ein hervorragendes Isolationsmaterial. Es lohnt sich, Styroporverpackungen sowie Folien oder Füllmaterial aus Styropor aufzubewahren. Styroporfolien eignen sich hervorragend zur Abdeckung von Blumenbeeten oder Fischteichen im Winter. Im Trend – weil unzerbrechlich – sind selbst gebastelte Weihnachtsbaumkugeln aus Styropor. Als Isolationsmaterial beim Transport verderblicher Lebensmittel ist Styropor ebenfalls geeignet. In Kindergärten ist Styropor ein beliebtes Bastelmaterial; bevor man nicht mehr gebrauchtes Styropormaterial entsorgt, lohnt es sich, dort nachzufragen, ob Bedarf besteht.

 

Spartipps zur Wiederverwertung von Altpapier und Kartons

Regenwald schonen und Müll vermeiden

  • Geschenkpapier ist nicht nur sehr dekorativ, sondern in der Regel sehr teuer. Wer nach dem Auspacken das Papier achtlos wegwirft, verschwendet nicht nur wertvollen Rohstoff, sondern auch wertvolle Euros. Wer sein Präsent vorsichtig auspackt, kann das Geschenkpapier aufbewahren und wiederverwenden. Dies gilt auch für Geschenktüten, Flaschenverpackungen Auch die Aufbewahrung kleinerer Geschenkpapierreste lohnt sich. Aus Resten von Geschenkpapier lassen sich beispielsweise schöne Grußkarten oder Einladungen basteln. Mit dekorativem Geschenkpapier lassen sich alte Gläser oder Becher bekleben und zu dekorativen Blumenvasen oder Aufbewahrungssystemen umfunktionieren.
  • Zeitungspapier hat ein großes Wiederverwendungspotenzial. Auch in Zeiten des Internets flattert täglich Informationsmaterial in Form von Zeitungen, Wochenblättern, Werbeprospekten etc. in unsere Briefkästen und landet kurze Zeit später im Papiermüll. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Altpapier im Haushalt wiederzuverwenden. Bei Renovationen oder Malerarbeiten ist Zeitungspapier ein kostenloses Abdeckmaterial für den Fußboden. Um zu verhindern, dass die Biomülltonne durchnässt, bietet eine Schicht Altpapier am Boden des Mülleimers – und auch zwischen den Müllschichten – Abhilfe. Zeitungspapier hat gute Isolationseigenschaften. Wer beim Transport von Lebensmitteln keine Kühltasche oder Alufolie zur Hand hat, kann die Picknick-Zutaten auch dick in Zeitungspapier einwickeln.
  • Brötchentüten vom Bäcker wandern meistens gedankenlos in den nächsten Mülleimer. Das muss nicht sein. Wer alte Bäckertüten sammelt, findet zahlreiche Sparmöglichkeiten der Wiederverwendung. Sie können erneut anstelle gekaufter Frühstückstüten als Verpackung für Vesperbrote erneut verwendet werden. Aber auch im Non-Food-Bereich zur Verpackung von Kleinteilen sind die kleinen Tüten kostenlose, nützliche Helfer.
  • Eierkartons sind wahre Recycling-Wunder. Man kann sie als Anzucht-Töpfchen für Samen und Setzlinge. Da sie vollständig biologisch abbaubar sind, kann man sie direkt in die Erde einpflanzen. Eierkartons eignen sich aber auch hervorragend als biologische Grillanzünder. Schön bemalt sind sie eine sinnvolle und dekorative Sortierhilfe für Kleinteile wie Nähnadeln, Knöpfe, Nägel etc. Im Winter kann man daraus eine Futterstelle für Vögel basteln. Auch als Schallschutz sind Eierkartons bestens geeignet, flächendeckend an der Decke oder den Wänden von Zimmern, z.B. in Musik-Proberäumen angebracht, wird die Schallübertragung nach draußen deutlich vermindert.
  • Schuhkartons und andere Verpackungskartons finden im Haushalt zahlreiche Wiederverwendungsmöglichkeiten. Speziell Schuhkartons sind aus stabilem Karton hergestellt und eignen sich als Aufbewahrungssystem für allerlei Dinge im Haushalt. Beklebt oder anderweitig dekoriert können sie mit gekauften Sortiersystemen locker mithalten. Übereinandergestapelt und zusammengeklebt lassen sich mit Kartons kleine Regale Mit einem Schuhkarton als Geschenkverpackung lässt sich Geld für teures Geschenkpapier sparen. Kreative Menschen können die stabilen Schuhkartons für zahlreiche Bastelarbeiten verwenden, so kann man z.B. eine Puppenstube, eine Garage für Spielzeugautos, ein Fingerpuppentheater oder einen selbstgebastelten Briefkasten kann man mit Fantasie und Kreativität aus Schuhkartons basteln.

 

Sparmöglichkeiten durch Kompostierung – Recycling von Biomüll

Wellness für den Garten

  • Bioabfälle aus der Küche sind exzellente Biodünger, wenn man sie fachgerecht kompostiert. Das Kompostieren von Küchen- und Gartenabfällen hat zwei Vorteile. Der Biomüll wird einer sinnvollen, ökologischen Wiederverwertung zugeführt, und es entsteht wertvoller Nährstoff für den Garten. Humus bzw. Dünger müssen nicht käuflich erworben werden. Ein echter Spartipp also für Hobbygärtner und Pflanzenfreunde. Nicht nur Küchenabfälle, auch Rasenschnitt, kleingehäckselter Strauchschnitt sowie Kleintiermist in kleinen Mengen können kompostiert werden. Reste von gespritztem Obst oder Gemüse oder Schnittblumen aus dem Supermarkt sollten nicht auf den Kompost.
  • Würmer sind exzellente Helfer beim Kompostieren. Um die Kompostierung zu beschleunigen, kann man dem Kompost zusätzlich mit Kompsostwürmern versetzten. In Form einer sogenannten Wurmfarm in Gartencentern oder im Internet erhältlich wird eine große Anzahl Kompostwürmer der Art Eisenia fetida ausgesetzt. Die Würmer verarbeiten täglich die Hälfte ihres Körpergewichts zu wertvollem Humus. Würmer lockern und durchlüften den entstehenden Kompost. Zusätzlich bewirken die Würmer, dass Wasser dadurch gezielter in die Tiefe geleitet werden kann. Die Ausscheidungen der Kompostwürmer beinhalten Nährstoffe in hochkonzentrierter Form, die später beim Verteilen des fertigen Humus auf Beete oder in Töpfe besonders gut aufgenommen werden können.
  • Kompostierbehälter gibt es in vielfältiger Form. Wer viel Platz im Garten hat, für den bietet sich ein offener Komposthaufen an, so ist die notwendige regelmäßige Umschichtung einfach zu bewerkstelligen. Auch sogenannte Lattenkomposter sind sehr beliebt, sie werden von allen Seiten durchlüftet und eine regelmäßige Durchfeuchtung ist gewährleistet. Wenn weniger Platzangebot vorhanden ist, gibt es aber auch die Möglichkeit, in speziellen Kompostierbehältern Abfälle in Humus umzuwandeln. Im Gartenhandel ist eine Vielzahl von Kompostierbehältern in verschiedenen Größen erhältlich. Im Trend sind sogenannte Schnellkomposter oder Thermokomposter aus Kunststoff. Diese zeichnen sich durch einen schnelleren Kompostiervorgang bedingt durch die Wärmeentwicklung im Inneren des Behälters sowie die reduzierte Geruchsbelästigung aus.
  • Herbstlaub und Schnittgut fällt in den Herbstmonaten in großen Mengen an, ist aber nicht sehr nährstoffhaltig, da Pflanzen kurz vor der Abstoßung der Blätter noch einmal die letzten Nährstoffe aus den Blättern ziehen. Trotzdem ist Laub ein gutes Trägermaterial für Kompost. Vermischt mit Rasenschnitt oder stickstoffhaltigen Bioabfällen kann Herbstlaub dazu beitragen, einen guten Humus zu produzieren. Nicht jede Laubsorte ist fürs Kompostieren geeignet, es gibt sogar Laubsorten, die den Verrottungsprozess verzögern, da sie zu viele Gerbstoffe enthalten. Dazu gehört beispielsweise das Laub von Buchen, Pappeln, Eichen oder Kastanien.
  • Humus wird in großen Mengen auf Baustellen Humus ist ein kostbarer, endlicher Rohstoff. Das organische Bodenmaterial ist Träger wichtiger Nährstoffe und sollte nicht aus dem natürlichen Stoffkreislauf entfernt werden. Je nach Bodenbeschaffenheit eignen sich Aushübe von Baustellen als Erde für den heimischen Garten. Auf Baustellen sind teilweise hochwertige organische Erde günstig zu erhalten – ein echter Spartipp für Hobbygärtner!

 

Exkurs: Was darf in den Kompost?

Geeignet für die Kompostierung

  • Ungekochte Obst-und Gemüseabfälle
  • Kräuterabfälle und verwelkte Gartenblumen und Pflanzen
  • Eierschalen
  • Kaffeesatz und Teesatz
  • Rasenschnitt
  • Herbstlaub einiger Baumarten und Strauchschnitt
  • Kleine Portionen Zeitungspapier
  • Kleine Mengen Tiermist
  • Unbehandelte Kartonagen

Ungeeignet für die Kompostierung

  • Gekochte Küchenabfälle und proteinhaltige Lebensmittel wie z.B. Fleisch oder Fisch
  • Aschereste, da Asche schadstoffbelastet ist
  • Schnittblumen aus dem Supermarkt
  • Behandelte Zitrusfrüchte, da diese Pestizide enthalten, die in den Humus gelangen
  • Katzenstreu
  • Große Äste und Zweige, diese verrotten zu langsam
  • Kranke Pflanzen, die mit Schimmel oder Pilzen befallen sind

 

Mehr zum Thema Kompostierung oder des Betreibens einer Wurmfarm finden Sie auch auf der Seite Wurmwelten

 

Recycling von Kleidern und Stoffen

Kleider machen Leute

  • Socken verschwinden in deutschen Haushalten bekanntlich in der Waschmaschine oder haben irgendwann Löcher. Einzelne, übrig gebliebene Socken muss man nicht zwingend entsorgen, es gibt viele Möglichkeiten, sie wiederzuverwerten. Einige Spartipps durch die Verwendung einzelner Socken sind z. B. das Basteln eines Adventskalenders, eine Socke hat die ideale Größe, um kleine Geschenke darin zu verstauen. Aber auch für praktische Helfer im Alltag, wie z.B. Bruchschutzhüllen für zerbrechliche Getränkeflaschen, Seifensäckchen sowie Kirschkern- oder Körnerkissen (s. Wiederverwertung von Kirschkernen) können mit wenig Aufwand aus Socken gebastelt werden.
  • Baumwollstoffabfälle wie ausgemusterte Handtücher oder Unterwäsche können vielseitig wiederverwendet werden. Über kreatives Zweckentfremden von Baumwollstoffen ergeben sich im Alltag zahlreiche Sparmöglichkeiten. Der „Klassiker“ ist die Verwendung als Putzlappen. In der Generation unserer Großeltern war es selbstverständlich, alte Unterwäsche als Putzlappen zu recyceln. Baumwolle ist bei hohen Temperaturen waschbar und eignet sich somit hervorragend zu diesem Zweck. Aber auch kreativere Ideen lassen alte Baumwollstoffe in neuem Glanz erscheinen, so kann man z.B. alte T-Shirts mit wenig Aufwand zu Baumwolltaschen umfunktionieren. Aus alten Handtüchern können Waschlappen gebastelt werden, mit etwas Geschick kann man aus bunten Handtüchern dekorative Geschenkbeutel basteln, die wiederum mehrfach wiederverwertbar sind.
  • Jeanshosen bestehen aus robustem, strapazierfähigem Baumwollmaterial. Kaputte, zu klein gewordene oder aus der Mode gekommene Jeans sind aufgrund der hochwertigen Stoffqualität viel zu schade, um sie wegzuschmeißen. Das strapazierfähige Material eignet sich bestens, andere Dinge daraus zu basteln. Mit wenig Aufwand kann man aus Jeansstoff praktische Dinge wie Smartphonehüllen, Kosmetikbeutel, Topflappen oder Kissenbezüge Mit etwas mehr Aufwand und handwerklichem Geschick lassen sich auch schicke Handtaschen, Tagesdecken, eine Pinnwand in Jeansoptik oder Jeans-Gürtel kreieren.
  • Bunte Stoffe eignen sich aufgrund der Optik besonders für kreative Zweitverwertung. Mit etwas Fantasie kann man alten Stoffen neues Leben einhauchen. Aus verschiedenfarbigen Stoffresten oder alten T-Shirts lassen sich beispielsweise schöne bunte Patchworkdecken herstellen, Umhängetaschen nähen oder bunte Kissenbezüge
  • Bettlaken oder alte Tischtücher eignen sich aufgrund ihrer Größe für viele Möglichkeiten der Wiederverwendung. Beim Renovieren kann man Türen und Möbel mit alten Bettlaken abdecken. Baumwoll-Bettlaken oder Tischdecken kann man auch einfach klein schneiden und zu Spüllappen oder zu Geschirrhandtüchern Mit etwas Geschick und einer Nähmaschine lassen sich bunte Bettlaken auch zu kleinen, strapazierfähigen Tischdecken, z.B. für den Gartentisch umdesignen.
  • Tücher wie z.B. Schals oder Kopftücher, die als solches nicht mehr gebraucht werden, können als vielseitiges Dekorationsmaterial verwendet werden. Als Wandbehang-Hintergrund für eine Pinnwand oder als Deko-Schal für die Tischdekoration kommen aus der Mode gekommenen Schals wieder zur Geltung. Besonders mit Seidenschals lassen sich mit wenig Näh-Aufwand kleine, dekorative Vorhänge Auch als Geschenkverpackung sind Seidentücher ebenfalls bestens geeignet.

 

Spartipps durch Recycling von Metallabfällen

Heavy Metal lässt grüßen

  • Drahtkleiderbügel werden bei Kleiderkäufen oder in der Textilreinigung oftmals mit eingepackt, finden aber selten Anwendung in heimischen Kleiderschränken und werden deshalb entsorgt. Dabei kann man die Drahtbügel mit etwas Kreativität durchaus wiederverwerten. Eine dekorative Anwendung ist das Basteln von Teelichter-Haltern oder hängenden Windlichtern aus kleinen Marmeladengläsern und gebogenem Draht aus Kleiderbügeln. Auch hängende Blumenampeln lassen sich mit Draht aus Kleiderbügeln herstellen. Praktische Anwendung findet Draht in der Befestigung, z.B. als Toilettenpapierhalter an Heizungen. Man kann den Bügel auch einfach umhäkeln, und schon wirkt der nüchterne Draht dekorativ in der Garderobe. Auch als Drahtgerüst für Adventskränze eignet sich der Wegwerfkleiderbügel hervorragend.
  • Altes Besteck muss nicht weggeschmissen werden, nicht mehr gebrauchte Löffel, Gabel oder Messer kann man fantasievoll – auch ohne „Uri Geller-Fähigkeiten“- wiederverwenden. So können aus gebogenen Gabeln innovative Namenskartenhalter für den festlich gedeckten Tisch entstehen. Gebogenes Besteck an eine Holzwand geschraubt erspart den Kauf teurer Suppenkellen können – stabil aufgehängt – als Halter für Teelichter Verwendung finden, in verschiedene Richtungen gebogene Gabeln werden zu avantgardistisch anmutenden Eierbechern.
  • Konservendosen fallen im Haushalt in der Regel in großer Zahl an und werden meistens routinemäßig in der Gelben Tonne entsorgt. Aber auch für Konservendosen gibt es zahlreiche Anwendungen für die Zweitverwertung. Als Ordnungssystem für Stifte für den Schreibtisch machen sich verschieden große Dosen – schön beklebt und auf ein Holzbrett fixiert – äußerst dekorativ. Aus bunt bemalten Dosen an eine Holzleiste genagelt und mit Erde befüllt entsteht ein dekorativer Kräutergarten für die Fensterbank. Bastler und Hobbymaler können Blechdosen zum Farbe anmischen oder Pinsel auswaschen verwenden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Kupfertöpfe. halten sehr lange, oftmals finden sie aber durch die Umstellung auf moderne Induktionsherde keine Verwendung mehr. Trotzdem sind die Töpfe meist gut erhalten und können zu dekorativen Zwecken wiederverwertet werden. Als Blumenampel oder Übertopf sind Kupfertöpfe auch im Außenbereich einsetzbar. Mit etwas mehr Aufwand kann aus einem ausrangierten Kupfertopf ein dekorativer Lampenschirm Aber auch als Behälter für Kleinkram im Haushalt ist ein Kupfertopf deutlich dekorativer als eine gewöhnliche Metallschale.

 

Recycling von Holzabfällen und Möbel

Nicht nur für Heimwerker

  • Brennholz gibt es inzwischen überall zu kaufen, teilweise zu hohen Preisen. Für den heimischen Grill oder den Lagerfeuerabend kann man aber auch trockene Holzabfälle aus dem Garten wie z.B. grober Strauchschnitt Auch der alljährliche Weihnachtsbaum muss nicht zwangsläufig zur Abfuhr gebracht, sondern kann als Grillholz wiederverwertet werden. Vorsicht geboten ist mit der Verwertung alter Möbel. Diese können nur wiederverwendet werden, wenn es sich um unbehandeltes Holz handelt, da sonst beim Verbrennen Schadstoffe freigesetzt werden können. Wird die neue Waschmaschine auf einer handelsüblichen Europalette aus Holz geliefert, kann diese nach dem Entfernen der Nägel ebenfalls als Brennholz wiederverwertet werden.
  • Möbel, die alt, kaputt, aus der Mode gekommen oder aus einem anderen Grund nicht mehr gebraucht werden, müssen nicht zwangsläufig auf dem Sperrmüll landen. Dabei können viele Möbel mit etwas Fantasie zweckentfremdet wiederverwertet So kann beispielsweise aus einem alten Wickeltisch ein Ablagetisch für Werkzeuge in der Garage werden, aus alten Küchenhockern kann ein schöner Ständer für eine Blumenampel gebastelt werden. Aus alten Stühlen kann eine Kinderschaukel gebastelt werden, und aus Holzbrettern alter Regale oder Schränke kann ein Ablagesystem oder – an die Wand geschraubt – eine rustikale Pinnwand entstehen. Kann oder will man seine alten Möbel nicht selbst recyceln, sind Möbel-Tauschbörsen ein echter Spartipp. Anstatt das gebrauchte Mobiliar dem Sperrmüll zuzuführen und Neues zu kaufen, kann man mit Tauschen gebrauchter Möbel bares Geld sparen.
  • Spielzeuge aus Holz sind wieder in Trend. Plastikspielzeuge enthalten oft gesundheitsschädliche Stoffe, viele Eltern besinnen sich daher wieder auf Spielzeuge aus nachwachsenden Rohstoffen. Aus alten Brettern kann man mit etwas handwerklichem Geschick Bauklötze herstellen, aber auch Puppenhäuser oder Spiel-Kauflaäden lassen sich aus Holzabfällen herstellen. Ältere Kinder können in das Recycling-Basteln mit einbezogen werden und lernen so den achtsamen Umgang mit wertvollen Rohstoffen.
  • Äste, die beim Heckenschneiden oder beim Baumschnitt abgesägt werden, können kleingehäckselt der Kompostierung zugeführt Wer Igelfamilien im Garten beherbergt, kann aus einem Astgeflecht und Laub ein Überwinterungsquartier für die stachligen Freunde basteln. Aber auch als Dekorationsmaterial eignen sich schön gewachsene Äste sehr gut. Als Garderobenhalter oder als Gerüst für einen Socken-Adventskalender sind Echtholzäste auch in Innenräumen ein echter Hingucker.

 

Sparmöglichkeiten durch Recycling von Altglas

Zerbrechlich schön

  • Schraubgläser haben, wenn man sie nur einmal benutzt, eine äußerst schlechte Ökobilanz, denn die Herstellung von Glas ist sehr energieintensiv. Durch Mehrfachverwendung wird die Ökobilanz deutlich verbessert, so können leere Schraubgläser in vielseitiger Hinsicht als wertvolle Helfer im Haushalt wiederverwendet werden. So eignen sich Schraubgläser hervorragend, um Marmelade einzukochen, Lebensmittel einzufrieren oder selbst gemachte Säfte luftdicht aufzubewahren. Eine kreative Variante zur Wiederverwertung von Schraubgläsern ist das Backen von Muffins oder Aufläufen im Glas oder das Servieren von Eis und anderen Nachtischvarianten. Auch selbst hergestellte Reinigungsmittel können in Schraubgläsern aufbewahrt werden. Ebenso eignen sich Schraubgläser in der Küche als Aufbewahrungssystem für Gewürze oder Müsli.
  • Glasflaschen haben ein vielfältiges Wiederverwendungspotenzial. Dekorativ beklebt wird aus einer einfachen Sektflasche eine dekorative Blumenvase – B. für eine einzelne Rose. Füllt man Glasflachen mit buntem Dekosand, kann man schöne Recyclingkerzenhalter designen. Glasflaschen mit breiterem Flaschenhals können mit Teelichtern bestückt zu romantischen Windlichtern umgestylt werden. Auf den Kopf gestellt und mit einem Korken und einem Stück Schlauch versehen kann man auch Glasflaschen eine kreative Vogeltränke basteln. Als Sammelbehälter für Kleinkram, z. B. Cent Münzen oder Nägel finden Glasflaschen ebenfalls eine neue Bestimmung. Nicht zuletzt sind leere Sektflaschen an Sylvester beliebte „Abschussrampen“ für Raketen.
  • Kleine Gläser wie z.B. Kaperngläser kann man vielseitig im Haushalt wiederverwenden. Beispielsweise zur geruchsicheren Aufbewahrung einzelner Knoblauchzehen im Kühlschrank. Oder auch als Mini-Ordnungssystem für Knöpfe, Nähnadeln, Nägel etc. Schön beklebt und mit einer schönen Schleife verziert kann man auch kleinste Gläser als Geschenkverpackung für kleine Präsente Hausgemachte Marmelade in Mini-Gläsern macht sich gut in kleinen Geschenkkörben oder als Präsent für eine Einladung.
  • Sektschalen und andere Trinkglasvarianten, die aus der Mode gekommen und ausgemustert werden, können als dekorative Windlichter mit Teelichtern bestückt Wiederverwendung finden. Hohe Sektgläser eignen sich schön beklebt und mit Namen versehen als kreative Alternative zu Namensschildern oder Tischkarten für Festlichkeiten. Eine romantische Idee ist das Basteln von Hochzeits- oder Geburtstagseinladungen, die man gerollt in Sektgläsern verschenkt. Für ganz kreative Köpfe gibt es Anleitungen für das Basteln von Deckenlampen. Sektschalen mit Wasser gefüllt und einer schwimmenden Blüte sind äußerst schöne Tischdekorationen.
  • Bierkrüge können in der Küche als Messbecher-Ersatz fungieren, da sie in der Regel eine Volumenmarkierung besitzen. Hat man keine Blumenvase zur Hand, so hat ein Bierkrug die ideale Größe, um einen Blumenstrauß darin aufzubewahren – die Männervase, sozusagen. Im Kreis an den Henkeln zusammengebunden und mit Erde befüllt, kann man aus mehreren Bierkrügen auch ein etwas spezielles Blumenrondell basteln.

Die Liste der Sparmöglichkeiten durch Wiederverwertung könnte noch beliebig weitergeführt werden. Mit Fantasie und Kreativität bei der Wiederverwertung und Disziplin bei der Mülltrennung kann nicht nur die Haushaltskasse langfristig geschont werden, sondern auch die Umwelt. Dies erkannte schon ein spanischer Philosoph mit dem Zitat: „Hinterlasse in der Natur keine Spuren, wo nicht einmal die Jahrhunderte ihre hinterlassen haben.“. In diesem Sinne – viel Erfolg beim Recyceln!

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